Du bist der Anfang! - Mut zur Frauengruppe
Gestern Abend war unser erstes Treffen.
Da saßen wir, sieben Frauen. Die meisten kannten sich kaum oder gar nicht. Wir kamen alle aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen zusammen. Verheiratet, ledig, geschieden – in langer Ehe, in kurzer Ehe, in glücklicher Ehe, in schwieriger Ehe, schon lange im Glauben, erst seit drei Monaten im Glauben, mit Kindern, ohne Kinder, voll berufstätig, arbeitslos, Teilzeit arbeitend, Vollzeit zuhause. Unser geistlicher Hintergrund – so verschieden.
Doch eine Sache hatte uns zusammengebracht: Unsere Sehnsucht nach mehr von Gott und die Sehnsucht danach, mit anderen in enger und verbindlicher Gemeinschaft im Glauben zu wachsen!
Wir kannten uns kaum, als wir den Abend begannen, und nach zwei Stunden hatten wir einen Blick in die Seele voneinander bekommen – und ich war überwältigt.
Die Einstiegsfrage war, dass wir uns kurz vorstellen und erzählen sollten, wie wir zu Jesus gefunden haben – oder besser: wie Jesus uns gefunden hatte. Doch diese Frage ist kaum zu beantworten, ohne vom ganzen Leben zu erzählen. Woher wir kommen, was uns geprägt hat, wo Gott uns durch Höhen und Tiefen nicht losgelassen hat und dann machtvoll ins Leben getreten ist. Manche hatten Jesus gesehen oder seine Stimme gehört oder wurden langsam immer mehr zu ihm gezogen.
Am Ende haben wir viel gelacht und auch Tränen in den Augen gehabt. Und wir saßen da und konnten einfach nur staunen – und die Vorfreude wuchs: die Vorfreude darauf, miteinander einen Weg zu gehen. Denn das war der vorherrschende Wunsch in uns allen: Wir wollen wachsen! Wir wollen Gottes Wort besser kennenlernen. Wir wollen füreinander da sein und uns gegenseitig stärken, ermutigen und herausfordern auf unserem Weg hier auf dieser Erde zu unserem ewigen Zuhause!
Wie alles begann
Seit ich zurück in Deutschland bin, habe ich diesen großen Wunsch, Frauen zusammenzubringen. Nicht für einen gemütlichen Kaffeeplausch (obwohl das auch etwas sehr Schönes ist 😉). Nicht um uns über die neuesten Modetrends auszutauschen, über die Männer zu lästern oder uns in den endlosen Weiten der Kindererziehung zu ergehen.
Mein Wunsch war es von Anfang an, Frauen zusammenzubringen, um gemeinsam Gott mehr zu erkennen. So begann ich schon bald, einige Mütter in der Gemeinde anzusprechen und zu einem Mütterkreis einzuladen, der dann entstand.
Wir waren nicht viele. Manche kamen unregelmäßig, andere treu jedes Mal. Wir begannen, ein tolles Buch zu lesen. Dann studierten wir einzelne Bibelbücher. Immer war das Wort Gottes im Mittelpunkt. Wir sangen zusammen, wir tauschten aus, wir beteten, wir glaubten füreinander, brachten immer wieder die teils ungläubigen Ehemänner vor den Thron Gottes. Wir weinten miteinander, gingen auf die Knie füreinander. Und die Gemeinschaft wuchs. Immer mehr kamen dazu, manche zogen weg. Letztes Jahr hatten wir einen Babyboom – nun sind wir fast so viele Kleinkinder wie Frauen…
Und vor Kurzem war es an der Zeit, die Gruppe zu teilen. Einerseits schmerzhaft, aber es war immer mein Ziel von Anfang an: Es geht nicht darum, es uns über Jahre bequem zu machen, sondern andere einzuladen. Der Kreis ist offen und jede willkommen. So ist es eine große Freude, dass wir uns nun jeden Freitagvormittag an zwei unterschiedlichen Orten treffen, uns aber mit demselben beschäftigen – dem Lesen von Gottes Wort mit diesem tollen Bibelleseplan.
Die Gruppe, von der ich am Anfang schrieb, ist eine dritte Frauengruppe mit Frauen, denen es nicht möglich ist, am Vormittag teilzunehmen.
Was hat das mit dir zu tun?
Warum erzähle ich dir davon? – Weil ich es so sehr auf dem Herzen habe, dass noch viel mehr solcher Gruppen entstehen. Ich sehe den Hunger von Frauen. Ich sehe die Sehnsucht von Frauen. Ich sehe die Not in unserer Zeit. Ich sehe das Bedürfnis nach echter und tiefer Gemeinschaft. Wo kann das gelebt werden?
Ich möchte dir heute Mut machen – Mut, aufzustehen und der Beginn einer Bewegung von Frauen hin zu Gottes Wort und zu echter Gemeinschaft zu sein!
Vielleicht sehnst du dich auch danach und weißt nicht, wie du damit anfangen sollst. Dann möchte ich dir 5 Dinge mitgeben, die dich in Bewegung setzen können:
1. Beginne, dafür zu beten … und dann starte!
Gebet ist unglaublich wichtig. Bringe es vor Gott. Bete! Höre nie auf damit! Aber dann: Starte! Viele beten so lange und warten so lange auf Gottes Antwort und den richtigen Zeitpunkt, dass sie nie anfangen! Ich kann dir eines sicher sagen:
Es ist immer Gottes Wille, dass seine Kinder zusammenkommen, ihn verherrlichen, zusammen beten und sein Wort zusammen bestaunen. Gottes Wille ist es, dass wir uns nicht allein durch dieses Leben und unseren Glauben kämpfen!
Darum: Suche dir ein paar Frauen in deinem Umfeld. Wenn du noch mit den Kindern zuhause bist, suche andere Mütter. Trefft euch vormittags, nachmittags oder abends – ganz egal. Aber starte einfach!
2. Bleib dran, gib nicht auf … und die Frucht wird kommen!
Ich erinnere mich an die Anfangszeit. Immer wieder sagten Frauen kurzfristig ab. Die Kinder waren krank, die Mutter musste zum Arzt, das Auto war kaputt. Manchmal saßen wir zu zweit da. Aber immer wusste ich: Genau so wollte es Gott heute! Er ist souverän! Nichts ist Zufall! Nichts muss uns entmutigen. Klar, wenn wir eine solche Gruppe starten, kommen auch Angriffe und Durststrecken. Aber bleib treu. Lass nichts ausfallen. Sei da, sei präsent und halte durch!
Jetzt, nach einigen Jahren, staune ich, was Gott getan hat. Einige Frauen sind nicht mehr dabei. Viele andere sind dazugekommen. Gott war immer der Handelnde, und er führt die Frauen dazu, die er dort haben will. Sei du einfach treu und für Gott verfügbar! Nichts tut er lieber, als dich zu gebrauchen!
„Ich bin nicht fähig“ – das gilt bei Gott nicht!
Erinnert ihr euch an Mose? Er stand vor dem lebendigen Gott und sagte: „Ich doch nicht! Ich bin nicht fähig! Schicke doch jemand anderen!“ Und – ließ Gott das gelten? Ließ er das durchgehen? Du kennst die Antwort. Von seiner Geburt an war Mose auserwählt, Gottes Werkzeug zu sein. Und weißt du was?
Das Gleiche gilt für dich!
Du bist vor Grundlegung der Welt erwählt! Gott kannte dich, noch bevor du im Leib deiner Mutter geformt wurdest. Du bist auserwählt, die Herrlichkeit Gottes durch dein Leben zu verkündigen! Das ist die Berufung, die über deinem Leben steht!
Ich habe in meinem Leben oft gedacht: Herr, dazu bin ich noch nicht bereit. Dafür bin ich nicht ausgebildet. Dafür bin ich noch nicht alt genug, noch nicht weise genug, noch nicht berechtigt genug. Als die Berufung kam, über das Thema weibliche Sexualität zu reden und zu schreiben, dachte ich: „Ich, Herr – wirklich?“
Aber das Schöne ist: Gott ruft und Er befähigt! Lass dich rufen. Sei gehorsam und geh. Schau nicht auf dich – schau auf Jesus Christus! Lebe aus seiner Kraft und Weisheit! In ihm liegen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis – und diese liegen durch Jesus in dir! Du darfst damit rechnen!
4. Stelle das Wort Gottes in den Mittelpunkt – und erlebe Wunder
Ich merke immer mehr, wie das Wort Gottes von sich aus kräftig und mächtig ist, uns zu verändern, uns zu stärken und auszurüsten – für welche Umstände in unserem Leben auch immer!
Lass das Wort sprechen! Lest die Bibel zusammen!
Wir haben in allen drei Kreisen begonnen, einen Bibelleseplan gemeinsam zu verfolgen: In einem Jahr durch das Neue Testament, die Psalmen und zweimal durch die Sprüche (weil sie so schön sind 😉).
Jede ist aufgefordert, unter der Woche Dinge aufzuschreiben: Bibelverse, die besonders wichtig geworden sind, vielleicht auch nur einzelne Worte, Gebete abgeleitet von Versen, Gedanken, Erlebnisse mit Gott. Wir wollen erleben, wie Gott wirklich lebendig ist und zu uns spricht! Was für eine wundervolle und abenteuerliche Reise!
Starte auch du einfach damit. Es bedarf wenig Vorbereitung von einer Einzelnen und nimmt jede Frau mit in die Verantwortung. Und das ist wichtig, um zu wachsen!
5. Mache Beziehung und Treue zur Priorität!
Ich kann mir vorstellen, dass dein Terminkalender schon recht voll ist. Ich kann mir vorstellen, dass du denkst: „Ich würde ja gerne, aber ich habe keine Zeit und keine Kraft.“ Das kommt oft noch auf das Gefühl „Ich kann das nicht!“ oben drauf. Und was ist das Ergebnis? Nichts passiert! Wir sind gelähmt und in uns selbst gefangen.
Ich stelle immer wieder fest: Es ist nicht der Mangel an Hunger oder Sehnsucht nach Beziehung, der uns zurückhält, sondern der Mangel an Menschen, die Initiative ergreifen und einfach anfangen. Menschen, die sich von Gott bewegen lassen – gegen alle Einwände – und sich Gott zur Verfügung stellen.
Lass nicht zu, dass der Strom des Lebens und der Stress bestimmen, was wichtig ist! Mache dir bewusst, was dir wirklich wichtig ist, was du für dein Leben möchtest, und setze dann neu Prioritäten – vielleicht revolutionär! Sei mutig! Stell dich gegen kulturelle Vorgaben. Schwimme gegen den Strom!
Für mich bedeuten diese Gruppen keine zusätzliche Last. Natürlich muss auch ich mich manchmal überwinden. Natürlich würden sich auch andere wichtige Dinge vordrängeln wollen. Aber lass das nicht zu. Sei treu in dem, was du tust. Unser Land braucht genau solche Menschen!
Und was habe ich davon?
Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als zu sehen, wie Gott Menschen verändert! Wie Frauen zum echten Glauben durchdringen. Wie sie zu Jesus finden – und sie dabei begleiten zu dürfen! Es gibt kaum etwas Schöneres, als Gott im Leben von Menschen auf frischer Tat zu erleben!
Ich wünsche auch dir das so sehr! Daher:
Bete, fang an, bleib treu und staune über das, was Gott in dir und durch dich tun wird – unter den Frauen, die um dich sind und auf deine Initiative warten!
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