Am Abend dieses Tages sitze ich draußen. Es ist noch so schön warm. Gestern saß ich morgens noch mit dicker Decke draußen und roch schon den kühlen Duft des Herbstes. Noch nicht jetzt. Bitte. Lass den Sommer noch etwas länger dauern.

Morgen beginnt nun wieder die Schule. Gerade noch saßen wir mit den Kids zusammen, sangen und begannen ein neues Andachtsbuch. Danach knieten wir mit ihnen und wir beteten für ihren neuen Start in der Schule. So schnell gingen diese Ferien vorbei und doch ist auch so viel passiert. Es ist Zeit, wieder in einen Rhythmus zu finden, Zeit, wieder liebgewonnene Routinen zu festigen und neues zu beginnen. Ich bin immer voller neuer Ideen, muss sie nur auch umsetzen.

Ich bin irgendwie auch müde. Die Zeit in Albanien hat mich sehr gefordert und ich kam ziemlich erschöpft wieder, körperlich und emotional. Bin grad immer wieder in meinen Gedanken dabei ein Lied zu wiederholen mit dem Text aus Psalm 42:

Why am I discouraged,
why is my heart so sad.
I will put my hope in you.
I will praise you again.
My savior and my God.

Diese Worte treffen es gerade, was mein Herz empfindet. Es gibt nicht wirklich einen triftigen Grund, und doch ist mein Herz schnell entmutigt. Ich fühle mich überfordert mit dem Haushalt, dem ständigen Chaos, der kaputten Spülmaschine, den Unmengen an Wäsche (6 Personen plus fast tägliche Wäsche aus dem Gästezimmer), der Unordnung, der neuen Bauprojekte meines Mannes. Ich fühle mich entmutigt, wenn ich das Verhalten meiner Kinder sehe. Streit und Undankbarkeit, "verwöhnt" - ach Mann, von wem haben sie das nur gelernt? Ich stehe manchmal da und denke: Was habe ich alles falsch gemacht? Dabei bemühe ich mich doch so... Der Sommer verabschiedet sich schon so langsam und in mir kommt ein Hauch von Furcht vor der Dunkelheit, die wieder kommen wird. Ich will das Licht und die Wärme festhalten, dieses "leichte" Leben, Sonne und blauer Himmel. Ich fürchte wieder bei Nacht aufzustehen und die Kinder bei Nacht in die Schule zu schicken...

All das sind Gedanken, die einstimmen in das Lied:

Why am I so discouraged, why is my heart so sad... (Warum bin ich so entmutigt, warum ist mein Herz so traurig...)

Aber da will ich nicht stehen bleiben!

I will put my hope in you, I will praise you again. (Ich setze meine Hoffnung in Dich, ich werde Dich wieder preisen...)

So sitze ich ich hier draußen, schaue in den dunkler werdenden Himmel, sehe die kleinen Wolken, wunderschön, wie sie versprengelt den Himmel verzieren. Und ich singe diese Worte in meinem Herzen. Sage sie laut und ehrlich.

Und spreche dann aber auch zu meinem Herzen:

Ich setze meine ganze Hoffnung in Gott! Er wird alles gut machen! Ich preise ihn! Schon jetzt, mitten in all dem Chaos um mich und in mir.

Ich wünsche dir, wo auch immer du dich gerade befindest, wie auch immer es deinem Herzen gerade geht:

Sei ehrlich. Lass zu, was sich in deinem Herzen gerade regt. Nimm es wahr. Weine vielleicht auch mal ordentlich. Sage Gott, was dich so drückt und dir das Leben so schwer macht.

Aber dann: Schaue hoch. Setze dein ganzes Vertrauen in deinen Gott! Und lass nicht zu, dass dein Herz in diesem Zustand verharrt. Wir haben allen Grund der Welt, an jedem neuen Tag (und denk dran: immer nur ein Tag nach dem anderen - dafür hat uns Jesus alles Nötige im Überfluss zugesagt) mit seiner Kraft und seiner Hoffnung und seiner Liebe zu leben.