Ich befinde mich gerade im Winter.
Du schaust jetzt vielleicht raus und denkst: Hä? Es scheint die Sonne, es ist warm, alles blüht und grünt, ich muss ständig Rasen mähen... es ist doch nicht Winter!
Richtig. Ich spreche nicht vom Winter draußen in der Natur, sondern von dem Winter, der sich jeden Monat in unserem Körper abspielt. Und nicht nur von dem Winter, sondern auch vom Frühling, der immer – wirklich immer – nach dem Winter kommt, sowie vom Sommer und vom Herbst.
Ich spreche hier von unserem geheimnisvollen, wunderbaren und manchmal auch sehr nervigen Zyklus. Innerhalb ungefähr eines Monats spielt sich in unserem weiblichen Körper im Kleinen das ab, was wir in den zwölf Monaten eines Jahres in der Natur sehen können. Dieses Bild der verschiedenen Jahreszeiten hat mir sehr geholfen, einen verständlichen, wohlwollenden, barmherzigen und klärenden Blick auf die Prozesse in unserem Körper zu bekommen – Prozesse, von denen wir von außen oft kaum etwas mitbekommen.
Ja, wir durchleben in gewissem Sinne jeden Monat neu die Schönheiten und Herausforderungen der unterschiedlichen Jahreszeiten.
Meistens denken wir sofort an die Menstruation, wenn wir vom Zyklus sprechen. Die Zeit, in der viele von uns von Schmerzen und Scham geplagt sind. Es ist eine Phase, in der wir in der Regel weniger Lust auf Sex haben, in der wir uns zurückziehen und wir (und meistens auch unsere Mitmenschen) das hormonelle Tief so sehr spüren, als hätte uns jemand einen Stempel aufgedrückt.
Doch da ist noch so viel mehr. In diesem Artikel möchte ich mit euch einen Spaziergang durch diese vier Jahreszeiten machen – durch unseren Zyklus. Und es lohnt sich, die Augen weit aufzumachen und hellhörig zu werden: Wo blüht es? Wo zwitschern die Vögel? Wo fallen die Blätter? Wo wird es schnell dunkel?
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