Es ist warm und sonnig. Ich habe einen schönen schattigen Platz, höre gelegentlich das Krähen der Hähne in den umliegenden Gärten, und ach, wie mich das an Albanien erinnert.
Doch diesen Sommer sind wir nicht dort, in unserer alten Heimat, sondern etwas nördlich in Kroatien. In der Ferne höre ich das I-Ahen eines Esels, und ach, wie mich das an meine Kindheit erinnert – ihr müsst wissen, dass ich tatsächlich mit einem Esel aufgewachsen bin, meinem treuen grauen Freund Pedro.
Heute ist die ganze Mannschaft zu einem schönen Strand aufgebrochen und ich darf die Ruhe und Stille in unserem schönen alten kroatischen Bauernhaus genießen.
Die „Frauenweise“ hat Gott auch geschaffen, dass sich die Frau auf eine bestimmte Weise mal Ruhe gönnen darf. ;)
So sitze ich hier und bin einfach dankbar.
Dankbar für alles, was ich hier erleben darf.
Dankbar für wunderschönes Wasser, in dem ich endlos schwimmen könnte.
Dankbar für 5 Kinder (4 eigene und ein Freund), die mutig über zerklüftete Felsen klettern, tauchen und von Klippen springen.
Dankbar für Dill und Thymian und andere feine lila Blüten, die ihre ganze Schönheit nur denen zeigen, die sich früh aufmachen.
Dankbar für Aquarellfarben, mit denen ich malen kann.
Dankbar auch für einen Sonnenplatz, den ich gefunden habe, direkt hinter unserem Haus.
Dort sitze ich auf einer Mauer und genieße die Ruhe am Morgen mit meiner Bibel und meinem Tagebuch und Stiften. Das muss immer um mich sein!
Heute saß ich dort und eine Frau von nebenan kam vorbei. In gebrochenem Deutsch sagte sie mir, dass es okay ist, dass ich dort sitze, und ob ich nicht einen Kaffee möchte.
So ein freundliches Angebot kann ich natürlich nicht ablehnen.
Dankbar für Gottes Reden
Dankbar bin ich aber auch immer wieder für Gottes Reden!
Das Buch Jeremia lese ich gerade und ich leide mit diesem Propheten, der so eine harte Botschaft in eine gottlose Welt verkünden musste. Und ich kann nicht anders, als an unsere gottlose Zeit erinnert zu werden …
Und dann ist da ein Gott – ein Vater, ein Ehemann, der um seine abtrünnigen Kinder und seine treulose Frau wirbt und trauert und kämpft – und doch keinen anderen Weg gehen kann, als in eine harte Strafe.
Eine Stelle in Kapitel 3,19–20 ist mir dabei so ins Herz gestochen:
Und ich dachte: Wie gern will ich dich unter die Söhne aufnehmen und dir das liebe Land geben, das allerschönste Erbteil unter den Völkern! Und ich dachte, du würdest mich dann „Lieber Vater“ nennen und nicht von mir weichen.
Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie eine Frau wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hält, spricht der HERR.
Gott sagt: Ich meinte, ihr würdet mir zurufen: Mein Vater.
Da ist ein Gott, der liebt und sich kümmert, der wie ein guter Vater zu seinen Kindern ist, wie ein liebevoller Ehemann zu seiner Frau, und das Volk?
Es wendet sich ab. Es läuft weg. Es betet andere Götter an. Es wird untreu.
In diesen beiden Versen sind die zwei stärksten Bilder im Alten Testament vereint, die Gott gebraucht, um seine Beziehung zu uns, seinem Volk, zu beschreiben:
Das eines Vaters zu seinen Kindern und das eines Ehemannes zu seiner Ehefrau (dieses Bild ist auch ein extrem wichtiges, wenn es darum geht, das ganze Thema der Sexualität zu verstehen – darüber schreibe ich immer wieder auch im Premium-Abo).
Ich meinte, ihr würdet mir zurufen: Mein Vater.
Gott sehnt sich danach, dass wir ihn so nennen.
Er möchte so gern, dass wir uns nicht von ihm abwenden, sondern voller Vertrauen und Freude in seine Arme laufen.
Durch Jesus Christus hat er uns seine unglaubliche Vaterliebe mehr denn je bewiesen – wie sollten wir nicht mit allem, was in uns ist, zu ihm laufen?
Uns nicht abwenden, auch wenn es hart wird im Leben? Auch wenn Dinge passieren, die wir nicht verstehen?
Ich möchte das, mein ganzes Leben lang.
Ich möchte Gott zurufen: Mein lieber Vater!
Nichts und niemand kann mich davon abhalten.
Ein paar Verse weiter in Jeremia steht dann:
Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam. „Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.“
Gott will unsere Treulosigkeit heilen.
Nicht oberflächlich, wie Menschen geneigt sind, sondern tief und ganz und ewig!
Und auch das ist nur möglich durch unseren Herrn Jesus Christus – der unsere ganze Untreue und Sünde auf sich genommen hat, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
Das macht mich am allermeisten dankbar!
Darüber möchte ich nicht aufhören zu staunen!
Was mich hier umgibt, ist wunderschön.
Aber was Gott getan hat für uns, seine abtrünnigen Kinder, seine untreue Frau – das sollte uns immer wieder sämtlichen Atem rauben und in die Anbetung bringen.
Ich erhebe meine Arme hoch und bete diesen Gott an, egal, was alle um mich denken.
Und ich rufe in meinem Herzen:
Ich komme zu dir, denn du bist der HERR, mein Gott, mein lieber Vater!



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