Was macht dein Leben eigentlich schön? Was bewegt dich, jeden morgen aufzustehen? Was trägt dich durch den Tag? Was gibt dir Kraft und was bringt deinem Herzen Freude?
Ich muss gestehen, dass es Zeiten in meinem Leben gab und dass es Tage in meinem Leben gibt, in denen es mir schwer fällt, mit Freude zu leben.
Da sehe ich hauptsächlich all die Baustellen in meinem Leben. All das, was ich hätte machen sollen und verpasst habe. All das, was schief gelaufen ist. All das, was mich drängt, ich aber immer nur aufschiebe.
Ich sehe hauptsächlich auf die Unannehmlichkeiten des Lebens und die sind manchmal so klein, wie ein unaufgeräumtes Kinderzimmer (schon wieder!), Staub überall (wo kommt der nur immer so schnell her?), überall verstreute Klamotten (warum ist es nur so schwer, Ordnung zu halten?), die hohe Summe, die ich mal wieder (für eigentlich nur ein paar kleine Dinge) an der Kasse im Lebensmittelladen bezahle, ein Auto, das es nicht aus der Werkstatt schafft.
Dann noch ein wolkenverhangener Himmel und ein auf sich wartender Sommer. Und noch das Wissen, dass ich doch mit Jesus lebe und da immer Freude in meinem Herzen sein sollte - erster Gedanke am Morgen: "Danke Jesus! Ich freue mich so!"
Doch meine Realität sieht oft anders aus. Und oft braucht es nicht viel, und meine Freude ist dahin.
Wie gut ist es dann, wenn wir wissen, was uns diese Freude, dieses Durchatmen und sagen: Das Leben ist doch schön! - in unserem Herzen zurück erobert.
Eines weiß ich: Es ist nicht das Scrollen am Handy. Nicht der kurze, wunderschöne, glattpolierte Einblick in das Leben anderer, der uns meist mit einer etwas gedämpften Stimmung zurücklässt, haben wir doch mal wieder vor die Nase gehalten bekommen, was wir alles nicht haben (Warum nur lebe ich nicht in einem wunderschönen Haus in Mallorca, oder in Schweden, an dem See, in der ich immer schwimmen gehen kann... Warum nicht? Vielleicht sollten wir... )- und los gehen die Gedanken, bis ich sie einfange und sage:
Stop! Hier bist du, Rahel. An dieser Stelle, mit diesen Menschen und mit diesem Auftrag, den Gott dir gegeben hat.
Ich möchte dir heute drei ganz einfache und kleine Dinge mitgeben, die mich immer wieder erden und mir wie Funken der Freude ins Herz leuchten.
Ganz nach dem Motto des berühmten Zitates von Romano Guardini, welches mich schon sehr lange begleitet:
Je länger man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft größten sind.
Öffne deine Augen!

So oft sind unsere Augen nur für das geöffnet, was schlecht ist. Wir laufen manchmal wie blind durch die Welt. Dabei hat Gott uns in diese Welt gesetzt, damit wir ihn dadurch erkennen und uns an ihm erfreuen.
Öffne heute neu deine Augen - und bestaune die Wunder am völlig unbedeutsamen Alleweltsweg. Was gibt es nicht alles zu entdecken! Was gibt es nicht zu staunen. Mach dir dir Mühe und schau eine ganz einfache Blume an, die gerade überall wächst. Hocke dich hin am Rand einer Wiese und lausche dem Wind, der über die Gräser fährt. Staune über die unterschiedlichen Gräser. Nimm eine Blume und rieche an ihr. (Unser Lavendel lädt mich immer wieder ein, meiner Nase eine Freude zu bereiten.)
Ich habe so eine Freude in meinem Herzen, wenn ich das sehe, was keiner sieht, wenn Gott mir die Augen öffnet für das, was "normal" ist und ich erkenne:
Es ist ein Wunder! Es ist eine Liebesgabe Gottes! Es führt mich in die Anbetung!
Anbetung führt uns immer weg von uns - hin zu unserem Gott! Und das schafft automatisch Freude in meinem Herzen!
Halte inne!

Ich verstehe, du hast sehr viel zu tun. Die Liste der Dinge ist lang, die alle auf dich warten. Ich kenne das nur zu gut. Manchmal überrollt es einen fast und am Ende des Tages fällt man nur müde ins Bett und hat doch nur die Hälfte von dem geschafft, was man wollte.
Aber: Finde Freude in den kleinen, kurzen Momenten. Trink den Kaffee (oder Tee) nicht einfach schnell nebenbei, sondern atme den Duft ein. Mach für einen Moment die Augen zu und danke Gott. Für diesen Moment. Für seine Güte und Freundlichkeit. Für seine Versorgung. Für seine Kraft - und dass Er alles gut machen wird. Setz dich kurz hin. Das Leben ist kein Notfall. Du hast nur dieses Eine, halte es fest durch solche kurze Momente der Aufmerksamkeit und Dankbarkeit!
Manchmal sind diese Momente sehr kurz, aber sie geben mir neue Kraft und helfen mir, meinen Blick auf Jesus zu richten und dann weiterzugehen.
Schau nach oben!

Was auch immer gerade um uns herum geschieht (gerade wenn es dir zu bunt wird... ;), niemand und nichts kann dich und mich hintern, nach oben zu schauen. Und wenn du gerade nur im Haus bist, dann schau aus dem Fenster oder gehe kurz nach draußen. Ich habe mir schon immer instinktiv in einem Raum den Platz gesucht, an dem ich rausschauen und am besten den Himmel sehen kann.
Warum? Weil es meinem Herzen Freude und Freiheit gibt, wenn ich sehe, wie klein ich eigentlich bin und wenn ich mir vorstelle, was für ein unglaublich großer Gott diese Welt und mein beschauliches Leben regiert. Das rückt in mir vieles zurecht. Es tut mir unglaublich gut, mich immer wieder "unter die mächtige Hand Gottes zu demütigen", damit er mich zur rechten Zeit erhöht,
... indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft! Denn er ist besorgt für euch! (1.Petrus 5,6-7)
Wie kommt Freude und Schönheit heute in dein Leben?
Vielleicht probierst du es heute mal aus, ob es funktioniert... 😉
- Öffne deine Augen für die Schönheit und die kleinen unbeachteten Wunder um dich herum! Schaue genau hin und hör nie auf, zu staunen wir ein Kind!
- Halte immer wieder inne, einfach so, mitten im Trubel. Trink deinen Kaffee bewusst, atme den Moment ein und schließe deine Augen. Danke deinem Gott für all das Gute in deinem Leben!
- Schau nach oben und erlebe die Schönheit und Freude darin, klein zu werden. Schau zu Jesus und seinen unendlichen Möglichkeiten! Freue dich über seine Treue und Güte, die so weit gehen, wie die Wolken!
Austausch unter Mitgliedern