Ich freue mich sehr über die liebe Talitha, die für uns zwei spannende Artikel geschrieben hat. Ganz unten findest du mehr über sie und ihre tolle Tätigkeit als christliche Heilpraktikerin und Veranstalterin von einem großen online Gesundheitskongress. Jetzt aber: Herzlich willkommen hier, liebe Talitha!
Es ist kurz vor der Sommerferienzeit! Die Urlaubszeit, nach der sich alle so sehnen, ist fast da. Endlich weg vom Alltagsstress, Pause machen und zur Ruhe kommen. Aber Ruhe ist für mich noch lange nicht in Sicht. Stattdessen fühle ich mich, als würde ich im Hamsterrad den größten Sprint meines Lebens rennen. Der Terminkalender platzt aus allen Nähten – morgens Patienten in der Praxis, nachmittags ein Abschiedsfest nach dem anderen. Ob vom Sportverein, Kindergarten oder letzte Veranstaltungen in der Schule – spielt keine Rolle, jeder Tag ist bis abends voll. Die To-Do-Liste hat auch kein Ende. Bürokram abarbeiten, damit auch ich in den Ferien mit den Kindern Pause machen kann. Last Minute Abschiedsgeschenke für Erzieher und Lehrer besorgen.
Dann ist da noch beruflich dieser ganz große Schritt, den mein Mann und ich dieses Jahr gewagt haben: raus aus unserem sicheren, altbekannten Boot, auf unsicheres Wasser. Im Vertrauen, dass Gott uns versorgt. Noch nie waren die Worte des Vaterunser-Gebets, welches wir jeden Tag mit den Kindern beten, so lebensnah und ernst gemeint: „Unser täglich Brot gib uns heute“. Auch wenn mein Kopf weiß – er hat uns schon so oft versorgt auf wunderbare Weise. Wir hatten immer genug, der Kühlschrank war nie leer. Und doch wird mein Herz ängstlich. Reicht es diesen Monat?
Wenn Stress sichtbar wird
Ich spüre, wie mein ganzer Körper unter Spannung steht. Mein Körper schüttet über die Nebennieren gerade offensichtlich Unmengen an Cortisol aus. Das ist unser Stresshormon. Aber keine Zeit, zu viel darüber nachzudenken, ich muss los zum nächsten Abschiedsfest. Oh nein, gerade jetzt stellt sich mein Kind trotzig und bekommt einen Wutausbruch! Das hat mir gerade noch gefehlt! Ärger kocht in mir hoch – wir müssen doch jetzt sofort los, um nicht zu spät zu kommen! Doch ich halte inne, bevor der Schrei meinen Mund verlassen kann. Mein Kopf weiß es doch eigentlich. Da sind so viele Emotionen, Unsicherheiten, Ängste, die diese mir anvertrauten, kleinen Seelen gerade verarbeiten müssen. Und bei einem meiner Kinder führen innerer Stress und Ängste eben besonders schnell zu Wutausbrüchen. Wenn ich jetzt mit Verärgerung reagiere, wird alles nur noch schlimmer.
In meinem Kopf spielt sich im Schnelldurchlauf ab, was meine Kinder gerade durchmachen. Da ist der Abschied vom Kindergarten – ein Kind wird nach den Ferien eingeschult. Was erwartet es wohl nach den Ferien? Wie wird es in der Schule? Alles neue Kinder, vom Kindergarten kommt niemand an die gleiche Schule. Das andere Kind muss gerade verarbeiten, dass die beste Freundin aus der Gemeinde wegzieht, und nicht nur das, diese war zugleich auch Klassenkameradin und unsere Nachbarin. Wie mag sich das anfühlen? Eben genau so: Unsicherheit, Angst, innerer Stress, getarnt in Ärger und Wutausbrüchen.
Egal, dass wir jetzt zu spät kommen. Ich nehme das Kind in den Arm, halte es, die Tränen dürfen laufen. Es darf auf Mamas Schoß Liebe und Sicherheit auftanken. Meine Hand streichelt kreisend über den Rücken des Kindes. Co-Regulation nennt sich das. Das Sicherheitsgefühl ist wieder da, Wut und Trotz sind verflogen. Wir können zum Abschiedsfest los. Es wird noch ein schönes Sommerfest. Und keine Socke hat es interessiert, dass wir zu spät kamen.
Zurück in die Ruhe finden
Da wird mir wieder bewusst, wie eng unsere Gefühle und unser Körper miteinander verbunden sind. Stress spielt sich eben nicht nur in unserem Kopf ab. Unser Körper kennt vereinfacht gesagt zwei Zustände: den Ruhemodus und den Stressmodus. Beide Systeme sind gut, überlebenswichtig sogar. Aber der Großteil unserer Gesellschaft befindet sich durch unseren gestressten Lebensstil leider dauerhaft im Dauerstress. Und das ist nicht gut. Im Stress geht es ums Überleben. Verdauung, Hormone und Schlaf haben dann keine Priorität. Wird es zum Dauerzustand, gerät vieles aus dem Gleichgewicht.
Doch wie finden wir zurück in den Ruhemodus? Oft sind es nicht die großen Auszeiten aus dem Alltag, sondern kleine Momente des Innehaltens, die unserem Körper wieder Sicherheit signalisieren. Denn echte Ruhe wartet nicht erst im Urlaub auf uns. Ein Spaziergang im Wald kann dabei ein wahres Geschenk sein: ohne Podcast im Ohr, ohne Handy in der Hand, einfach die Natur wahrnehmen, tief durchatmen und den Blick schweifen lassen. Die ätherischen Öle der Bäume, die wir über die Waldluft aufnehmen, können dabei helfen, unser Stresssystem zu beruhigen und den Cortisolspiegel zu senken.
Ruhe entsteht nicht einfach dadurch, dass irgendwann Ferien sind oder der Terminkalender leerer wird. Ich darf sie mitten im Alltag suchen. Eine meiner liebsten Gewohnheiten ist inzwischen der frühe Morgen. Wenn das Haus noch schläft, sitze ich in meiner Hängeschaukel auf der Terrasse. Ich atme die kühle Morgenluft ein, lese in der Bibel und bete. Und obwohl es oft nur wenige Minuten sind, merke ich, wie mein Herz zur Ruhe kommt. Die Anspannung fällt ab. Der Stresspegel sinkt. Die Seele atmet auf.
Zur Ruhe kommen bei Gott
Zur Ruhe kommen. Bei Gott, meinem Vater.
Co-Regulation nennt man es, wenn wir durch die Nähe eines anderen Menschen Sicherheit und Geborgenheit erfahren. Und genau das dürfen wir auch als Kinder Gottes erleben: Bei unserem Vater finden wir einen Ort der Sicherheit. Aber wir müssen zu ihm kommen. Wir dürfen uns bildlich gesprochen auf seinen Schoß setzen und bei ihm auftanken. Wenn wir wie ein trotziges Kind gestresst davonlaufen, anstatt uns diese Zeit bei ihm zu nehmen, unsere Batterien von ihm aufladen zu lassen, bleiben wir im Cortisol-Hamsterrad gefangen.
„Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet!
Ich werde euch Ruhe geben.“
Matthäus 11,28
In diesem Sinne halte diesen Sommer inne, nimm wahr, atme, komm zur Ruhe bei dem, der dir echte Ruhe geben möchte.
Über die Gastautorin
Die Gastautorin Talitha Regehr lebt mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. Sie ist christliche Heilpraktikerin mit dem Schwerpunkt Frauengesundheit und zertifizierte Beraterin für Natürliche Empfängnisregelung nach Prof. Rötzer. Ihre Naturheilpraxis befindet sich in Oberursel www.millalea.de. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Jam ist sie Gründerin von „Glaube. Gesundheit. Wissen.“ – einer esoterikfreien Plattform für christliche Online Gesundheitskongresse zu den Themen Glaube und Gesundheit: www.glaube-gesundheit-wissen.de
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