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15 Jahre Mama: Von Helden und dem Gott, der immer da ist

15 Jahre Mama: Von Helden und dem Gott, der immer da ist

Nach einer sehr langen und schweren Geburt wurde ich in den frühen Morgenstunden auf mein Zimmer im Diakoniekrankenhaus in Freiburg geschoben. Ich war vollkommen erschöpft. 25 Stunden Geburt lagen hinter mir – und Schmerzen, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte.

Ich lag glücklich im Bett. Glücklich, es endlich geschafft zu haben. Und auch ein wenig stolz.

Neben mir lag ein kleines Bündel Mensch. Und mit einem Mal wurde mir bewusst: Du bist jetzt eine Mama. Du bist jetzt die wichtigste Person für diesen kleinen Menschen: unseren kleinen Helden, Gideon. Benannt nach dem Richter in der Bibel, der von einem Engel als Held angesprochen wird, obwohl er sich gerade voller Angst versteckte. Ein Mann, der als Held bezeichnet wurde, obwohl noch nichts Heldenhaftes in Sicht war. Gideon, der Gott vertraute und die Feinde besiegte, indem er genau auf Gottes Anweisungen hörte.

Gideon – so heißt mein erster Sohn. Er hat mich zu einer Mama gemacht.

Zurückblicken auf 15 Jahre

Nun sind schon 15 Jahre vergangen. 15 Jahre.

Als ich heute Morgen meine Runde drehte, schaute ich zurück. Zurück auf 15 Jahre mit sehr viel Freude und Lachen. Mit wunderschönen, lustigen und bewegenden Momenten. Mehr als die Hälfte seines Lebens hat er in Albanien verbracht. Die wuselige Kleinkindphase habe ich als Mama im Ausland erlebt.

Wenn ich mir alte Fotos anschaue und mich darauf sehe – eine junge Mama mit vier kleinen Kindern um sich herum –, sehe ich dieses Lächeln, dieses Strahlen in den Augen. Ich denke: Was für eine zufriedene, glückliche Mama.

Und ich glaube, dass ich das auch oft war.

Die Fotos, die wir nicht machen

Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass wir normalerweise keine Fotos machen, wenn wir weinend im Bad sitzen und nicht mehr weiterwissen. Wenn wir erschöpft sind und keine Ahnung haben, wie wir den Tag überstehen sollen und gefolgt von der nächsten durchwachten Nacht.

Wir machen keine Fotos, wenn die Kinder uns zur Weisglut treiben, wenn wir schimpfen, schreien, murren oder nörgeln. Dann, wenn man mit leerem, traurigem Blick den Kinderwagen vor sich her schiebt und sich einfach nur einsam fühlt.

Manche Fotos von mir sehen wunderschön aus. Und doch kann ich mich noch genau an den Hintergrund erinnern, an die Moll-Melodie, die man auf dem Bild nicht hört. Ich sehe dieser jungen Mama in die Augen: Sie lacht, aber ich erkenne ihre Schwierigkeiten. Ich sehe ihre Herausforderungen. Ich sehe ihren Kampf damit, sich selbst zu verlieren oder es zumindest zu befürchten.

Ich bin nun seit 15 Jahren Mama und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es immer nur herrlich war. Ich liebe es, Mutter zu sein, und sehe es als ein großes Geschenk an. Und doch möchte ich mich immer wieder an die Geschichte von Gideon erinnern: An jemanden, in dem etwas Großes gesehen und geweckt wurde, obwohl es noch gar nicht sichtbar war.

„Sei gegrüßt, du tapferer Held! Der HERR ist mit dir!“ (Richter 6,12)

Vielleicht sagt Gott genau das heute zu mir und zu dir? Dass er uns Mamas grüßt und uns Helden nennt – selbst dann, wenn wir uns überhaupt nicht danach fühlen? Dass er uns das mitten im Alltag zuruft und etwas in unser Leben hineinspricht, das noch gar nicht da ist oder von unserem Herzen noch nicht gefühlt werden kann?

Gott sagt es dir und mir. Egal, ob du Mama bist oder nicht: Der HERR ist mit dir!

Er war da!

Wenn ich eines aus diesen 15 Jahren Mutterschaft bezeugen kann, dann das: 

Der HERR war mit mir!

In jeder freudenjauchzenden, übersprudelnden Situation des puren Lebens und Glücks war er da und hat sie geschenkt. Aber vor allem war er da, wenn die kleine Welt zusammenbrach. Wenn kein Weg in Sicht war, wenn die eigene Unzulänglichkeit schmerzte, wenn Traurigkeit und Sorgen das Gemüt beschwerten.

ER war da. Mittendrin im Chaos und Streit. Im Auf und Ab des Lebens als Mama. Er war da in den schweren, trübsinnigen Gedanken – selbst in den Gedanken, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie als Mama einmal denken würde.

  • Er war da und hat immer wieder einen Neuanfang geschenkt.
  • Er hat immer wieder eine neue Perspektive eröffnet.
  • Er hat durch jede noch so schwere Phase hindurchgeholfen.
  • Er hat mich reifen lassen, mich geheiligt – und er ist immer noch voll dabei.

Das Mama-Sein ist wie Gold im Schmelzofen: Wir werden gereinigt und kostbar gemacht. Wir werden geprüft – und vor allem werden wir in all dem festgehalten von den Händen unseres Vaters im Himmel, dem Urheber aller Mutterschaft auf Erden!

Er ist da. Auch in den nächsten spannenden 15 Jahren mit meinen Kindern. Was für eine Hoffnung! Was für eine Freude! Was für ein Friede.

Ein Zuspruch für dich

Dir, liebe Mama – wo auch immer du gerade unterwegs bist auf deinem Weg als Mutter –, möchte ich die Worte des Engels des HERRN an Gideon zusprechen.

Als dieser in Angst und Not war, nichts sehen konnte, sich versteckte und hoffte, dass ihn keiner fände; als er an der Güte Gottes zweifelte und sich alles andere als ein Held fühlte.

Genau in diese Situation hinein sagt Gott zu ihm und heute zu dir:

„Der HERR ist mit dir, du tapferer Held!“

(Richter 6,12)
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