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Vom Mut, ins Licht zu treten

Vom Mut, ins Licht zu treten
Photo by Ricardo Gomez Angel / Unsplash

Wir sitzen in einer kleinen Runde zusammen. Der Tee ist in die Tassen gefüllt, neben der flackernden Kerze stehen ein paar Snacks. Nach kurzem Austausch, einigem Lachen und einfach der Freude, sich wiederzusehen, starten wir.

Heute Abend ist der dritte Abend unseres Kurses „Awaken Love“. Wir haben schon so einiges darüber gehört, wie Gott sich das alles mit der Sexualität gedacht hat. Wir sind bereits in das Hohelied eingestiegen und haben nicht schlecht gestaunt, was für einen leidenschaftlich liebenden Gott wir haben.

Doch heute Abend ist ein besonderer Abend.

Jede Frau ist eingeladen, eine Last, eine Sünde oder eine Verletzung mitzubringen, die sie auf dem Herzen hat und teilen möchte. Keine ist dazu gezwungen oder gedrängt. Es ist eine Einladung, ans Licht zu bringen, was vielleicht schon seit Jahrzehnten im Dunkeln verborgen liegt. Etwas, das sie vielleicht noch nie offen in Worte gefasst hat.

Ein Abend und eine Einladung an jede, nicht nur zu erzählen, sondern das Geteilte in liebevoller Gemeinschaft vor das Kreuz Jesu zu bringen.

Wenn etwas Heiliges geschieht

Es ist spürbar eine heilige Atmosphäre. Ich bekomme noch heute Tränen in die Augen, wenn ich an die Dinge denke, die geteilt wurden.

Ja, vieles war hart zu hören. Vieles hat mich sehr traurig gemacht. Vieles hätte das Potenzial gehabt, mich über die Ungerechtigkeit und die Schlechtigkeit zu ärgern, die in Menschen steckt.

Aber wenn ich an diesen Abend zurückdenke, spüre ich: Da ist etwas Heiliges passiert.

Warum? Wie kann das Teilen von Schwerem und Sünde, von Verletzung und Zerbruch, sich nach etwas Heiligem anfühlen?

Ich glaube, ich spüre das, weil etwas laut ausgesprochen wird, das bisher in Scham, Schuld und Verletzung gefangen war. Indem wir es aussprechen und mit jemandem teilen, geschieht ein erster wunderbarer Schritt auf dem Weg der Heilung.

Es ist kein leichter Schritt. Er kostet Überwindung. Er braucht so viel Mut und so viel Vertrauen in andere.

Aber was für ein Sieg ist es, wenn wir aus unserem Gefängnis heraustreten! Aus der dunklen Zelle hinein in das helle, wärmende Licht Jesu und einer liebenden Gemeinschaft.

Und dort wartet nicht das gleißend grelle Licht, in dem wir uns ertappt fühlen und unschön durchleuchtet werden. Es wartet nicht der harte Richter, der sein Urteil gerecht und erbarmungslos spricht. Es wartet kein gefährlicher Hund, der uns verfolgt und uns weitere Wunden zufügen will.

Wir treten aus dem Gefängnis in das Licht Jesu.

In das Licht seiner Gnade.
In das Licht seiner Vergebung.
In das Licht seiner unendlichen und bedingungslosen Liebe.
In das Licht seiner Heilung.
In das Licht seiner Erlösung.
In das Licht seiner Hoffnung!

Wir gehen diesen Weg gemeinsam

Wir treten in dieses Licht – und das nicht allein.

Wir gehen gemeinsam. Wir schauen uns aufmunternd an. Wir halten einander die Hand. Wir legen eine Hand auf die Schulter. Wir sagen mit unseren Augen mehr als tausend Worte. Wir segnen einander auf dem Weg. Wir sprechen Mut und Hoffnung zu. Wir nehmen einander an die Hand und gehen gemeinsam.

Denn wir alle – ja, wir alle – brauchen diesen Ausbruch aus dem Gefängnis.

Etwas laut auszusprechen ist der erste Schritt zur Heilung.

Jesus heilt, wenn wir etwas ins Licht bringen!

An diesem Abend haben wir miteinander geweint. Wir haben füreinander gebetet. Haben Missbrauch und verborgene Sünde vor Jesus gebracht. Sind gemeinsam für eine zerrüttete Ehe auf die Knie gegangen.

Wir haben Wunder erlebt. Wir haben Befreiung erlebt. Wir haben Aufbruch in eine gute Seelsorge erlebt. Und wir sind immer noch gemeinsam auf dem Weg.

Denn es ist so wahr, was Juli Slattery sagt:

„Heilung ist manchmal wie eine Wanderung durch die Wüste: Wir haben Ägypten, den Ort unserer Gefangenschaft, verlassen, sind aber noch nicht im verheißenen Land der Freiheit angekommen. Manchmal sehnen wir uns zurück nach dem Alten, weil es vertraut und scheinbar leichter war, als uns dem Schmerz zu stellen. Doch auch wenn der Weg lang ist und es manchmal erst schlimmer wird, bevor es besser wird: Gott geht mit uns. Er schenkt uns seine Verheißungen und ermutigt uns, Schritt für Schritt weiterzugehen – auch dann, wenn uns selbst die Kraft und der Glaube fehlen.“

Und genau dann, genau dann, liebe Frauen, ist es so wichtig, dass du nicht allein bist!

Du musst nicht allein bleiben

Dir wird bewusst, dass das, was dir in deiner Kindheit passiert ist, Missbrauch war.

Dir wird bewusst, dass das, was dich blockiert und stört, eigentlich gar nicht an deinem Mann liegt, sondern mit etwas zu tun hat, das dir einmal passiert ist.

Dir wird bewusst, dass du das Problem der Pornografie deines Mannes nicht allein tragen kannst.

Dir wird bewusst, dass du dein ständiges Abtauchen in irgendwelche Fantasien nicht mehr rechtfertigen willst.

Dir wird bewusst, dass dein falsches Bild von Gott dir alle Freude an Sex nimmt.

Dir wird bewusst, dass deine Ehe dringend Hilfe braucht.

Was auch immer es ist, das laut ausgesprochen und damit ans Licht gebracht wird: Gott ist da!

Er führt dich heraus aus der Isolation und Einsamkeit, aus dem Gefühl: „Nur mir geht es so. Nur ich habe dieses Problem. Nur ich bin einfach so verdorben.“

Aber es ist ein Weg. Ein Weg, den keine von uns allein geht. Denn GOTT ist immer dabei.

Aber auch, weil wir da draußen Schwestern haben, die ähnliche Kämpfe kennen. Weil es Schwestern gibt, die uns verstehen können, die uns im Gebet mittragen. Weil da draußen Schwestern sind, die Gott uns geschenkt hat, damit wir den Weg der Heilung und Freiheit nicht allein gehen müssen.

Also: Der erste Schritt der Heilung ist eigentlich so einfach und doch der schwerste Schritt:

Tritt aus der Dunkelheit ins Licht.

Sprich mit Gott darüber!
Sprich mit deinem Mann.
Sprich mit einer engen Freundin.
Sprich mit einer vertrauenswürdigen Frau aus deiner Gemeinde.

Es sind heilige Momente, wenn wir aus unserem Gefängnis heraustreten und in seinem Licht stehen bleiben.

Es sind siegreiche Momente, wenn wir einander an die Hand nehmen und gemeinsam durch Gottes Geist und Gnade dem verheißenen Land entgegengehen.

🌼 Deine nächsten Schritte

  • Werde ehrlich vor Gott. Sprich mit ihm über das, was dich belastet. Du musst nichts beschönigen oder verstecken.
  • Wage einen ersten Schritt ins Licht. Überlege, wem du dich anvertrauen könntest. Vielleicht ist es eine Freundin, eine Seelsorgerin oder eine Frau aus deiner Gemeinde.
  • Bleib nicht allein auf dem Weg. Heilung braucht manchmal Zeit. Suche dir Menschen, die dich im Gebet begleiten, dich ermutigen und mit dir gemeinsam weitergehen.

🌱 EINLADUNG

Vielleicht wünschst du dir genau das: einen Ort, an dem du dich mit anderen Frauen austauschen kannst. Einen Ort, an dem du Fragen stellen, Gedanken teilen, Ermutigung erfahren und auch einmal ehrlich sagen darfst, was dich bewegt.

Genau dafür gibt es unsere Skool-Community. Sie soll ein Ort sein, an dem wir einander ermutigen, voneinander lernen, füreinander beten und uns auf unserem Weg mit Gott begleiten.

Komm dazu! Du bist herzlich willkommen. Lass uns gemeinsam unterwegs sein – Schritt für Schritt, aus der Dunkelheit ins Licht.

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