Kennst du das? Du gehst in ein Bekleidungsgeschäft und sofort wirst du wie magnetisch von den Farben angezogen (im wahrsten Sinne des Wortes 😉), die dir gefallen und von denen dein Kleiderschrank schon voll ist.
Ich stelle bei mir immer wieder fest, wie festgefahren ich mit meinem Kleidungsstil bin. Wie ich immer wieder zu den gleichen Farben greife und zum gleichen Schnitt.
Gerade wurde mir ein interessantes Video zugespielt: Da war ein junger Mann in seinen Dreißigern, der seine minimalistische Garderobe präsentierte. Ihm gefiel sie sehr gut und sie genügte ihm auch – seine drei T-Shirts, seine Jeans, seine zwei einfarbigen Pullis und zwei Jacken.
Das Problem war nur, dass sich seine Frau etwas anderes wünschte (kommt dir das bekannt vor? 😉). Deshalb machte er sich auf den Weg und suchte eine professionelle Stylistin auf, die ihm helfen sollte, seine Garderobe zu erweitern und seinen Stil zu verfeinern.
Dabei sagte sie gleich zu Beginn, dass er nichts nehmen müsse, was ihm nicht gefällt oder worin er sich nicht wohlfühlt.
Sie zogen nun gemeinsam los und besuchten unterschiedliche Geschäfte. Sie nahm Kleidungsstücke in die Hand, die er von sich aus und mit seinen bisherigen Vorlieben nie auch nur in Erwägung gezogen hätte. Aber siehe da: Er probierte sie an und tata: Ein völlig anderer Mann kam aus der Umkleide!
Und wie gut es ihm stand! Es war zunächst ungewohnt für ihn, aber gleichzeitig merkte er, dass er sich darin richtig wohlfühlen konnte. Und ganz nebenbei machte er damit seiner Frau auch noch eine riesige Freude.
Als ich dieses Video sah, dachte ich: Ich wünsche mir auch, dass mal so ein professionelles Auge einen Blick auf meine Garderobe wirft, mich anschaut und dann mit mir gemeinsam ganz Neues ausprobiert.
Vielleicht dächte ich dann auch hinterher: „Wow! Das hätte ich nie gedacht, dass mir das steht! Boah, dazu hätte ich im Leben nicht selbst gegriffen – aber es sieht so gut an mir aus!“
Warum erzähle ich dir das?
Ich habe bemerkt, dass ich lange Zeit in meinem Intimleben und in meiner Sexualität so minimalistisch gelebt habe wie der Mann mit seiner Garderobe. Nicht nur minimalistisch, sondern auch festgefahren. Ich probierte nicht wirklich Neues aus. Ich blieb bei dem, was mir gut "passte", und sah gar nicht die Notwendigkeit, mal etwas anderes – vielleicht sogar ganz anderes – in Betracht zu ziehen.
Ich hatte ein relativ ausgeprägtes sogenanntes „Fixed Mindset“ (starres Denken). Ich war zufrieden. Warum etwas ändern?
Wäre da nicht mein Mann gewesen, der mich sachte angeschoben hätte. Und letztendlich habe ich mein ganzes „Aufwachen“ zu großen Teilen ihm zu verdanken, weil er nicht müde geworden ist, in mir ein „Growth Mindset“ (Wachstumsdenken) wachzukitzeln.
Ich glaube, dass das mit einer meiner größten Gamechanger war, wenn es darum geht, eine erfülltere und schönere Sexualität zu leben:
Ich muss nicht bleiben, wie ich bin.
Ich muss nicht immer wieder die gleichen langweiligen Sachen anziehen. Ich darf ausprobieren. Ich habe die Erlaubnis von Gott, Neues zu versuchen.
Wer weiß, vielleicht gefällt es mir so gut, dass ich meine „Garderobe“ sehr gerne erweitere.
Natürlich gilt immer: Nur, worin ich mich wohlfühle, das nehme ich mit und ziehe es in Zukunft an. Aber ich möchte mir und meinem Mann die Chance geben, schönes Neues zu entdecken, anstatt immer wieder das Gleiche "anzuziehen".
Ich hatte zum Beispiel bei vielen Dingen ein kategorisches Nein in meinem Kopf. (Zum Beispiel beim Thema Toys: „Nein, damit haben doch Christen nichts zu tun, das benutzen doch nur …“)
Ich habe mir lange Zeit nicht erlaubt, zu wachsen.
„So bin ich halt.“
„Ich kann das nicht.“
Solche Sätze und Gedanken haben mich gefangen gehalten. Ich war in einem absoluten starren Denken. Da war wenig von „Ich will wachsen, ich will mich verändern - meinem Mann zuliebe, aber dann auch zu einem Besten!
Stück für Stück durfte ich dieses Denken Gott sei Dank ablegen. Es ist immer wieder mal ein Kampf und zu gern geht man doch immer wieder zurück zu dem altvertrauten (was auch nicht per se falsch ist.)
Doch ich durfte erkennen: Meine größte Freiheit liegt darin, dass ich nicht bleiben muss, wie ich bin. Meine größte Hoffnung ist, dass auch mein Mann nicht so bleiben muss, wie er ist.
Meine Garderobe darf erweitert werden. Mir stehen auch Teile gut, die ich nie für möglich gehalten hätte, nach denen ich nicht natürlicherweise greifen würde.
Gott hat uns sehr viel Freiraum in unserem Ehebett gegeben. Und das dürfen wir feiern und mutig unseren Schrank mit Dingen erweitern, die anders sind als das, was da schon hängt.
💡 Du bist dran!
- Wo merkst du in deiner Sexualität, dass du eher in einem „Fixed Mindset“ feststeckst?
- Gibt es etwas, das du bisher kategorisch ausgeschlossen hast, ohne es jemals wirklich ausprobiert oder näher betrachtet zu haben?
- Was wäre ein kleiner, neuer Schritt, den du gemeinsam mit deinem Mann ausprobieren könntest – ganz ohne Druck, aber mit der neugierigen Frage: „Vielleicht gefällt es uns ja?“
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