Eine harte Woche liegt hinter mir. Viel innere Anspannung, viele Termine und Gespräche. Viel emotionale Last, die sich auf einen legen will wie ein schwerer Mantel, der gar nicht so leicht abzuschütteln ist. Da würde ich es am liebsten machen wie David in Psalm 55, Vers 7–9:
O hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich wegflöge und Ruhe fände! Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen und in der Wüste bleiben. Sela. Ich wollte eilen, dass ich entrinne vor dem Sturmwind und Wetter.
Geht es dir auch so, dass du dir manchmal Flügel wünschst und du einfach wegfliegen könntest – weg von allen Belastungen und Ängsten, allen Dingen, die dich entmutigen und runterziehen? Einfach in die Wüste, wo du Ruhe hast vor dem Sturm?
Gott schenkte mir am Ende der letzten Woche eine andere Art von Flügeln: Am Freitag war der Kindergeburtstag meiner Tochter. Ich holte die fünf Mädels ab. Es waren ein leckeres Essen, ein Filmabend, eine Übernachtung im Spitzboden und Malen angesagt. Im Auto machten wir laut die Musik an (Lieder, die Teenies gerne hören, die ich aber auch gar nicht so schlecht fand ;). Da fanden wir doch tatsächlich auch eine begeisterte Gemeinsamkeit: das Musical „The Greatest Showman“. Ich liebe dieses Musical und die Musik! Wenn es Lieder gibt, die mich sofort in Bewegung bringen, dann diese Lieder!
Als wir zu Hause angekommen waren, ging es dann los in unserem Wohnzimmer! Zwischen Telleraufräumen und Apple-Crumble-Vorbereiten tanzten wir alle mehr oder weniger durch unser Wohnzimmer (also mein Mann und ich eher mehr ;). Später war ich noch allein in der Küche und rührte in meiner Vanillesoße, während alle anderen draußen am Feuer waren. Irgendwie bin ich bei Coldplay gelandet, einer Band, die ich tatsächlich erst durch meinen Mann kennengelernt habe (ich bin halt schon im hintersten Frankenwald aufgewachsen ;) und deren Album „Viva la Vida“ unsere ersten Ehemonate im Jahr 2008 wie ein Soundtrack begleitete – ihr wisst schon, die verrückte Zeit: Autofenster auf, den warmen Sommerwind spüren und lauthals eine Hymne auf das Leben singen.
Während ich so rührte, bewegte ich mich die ganze Zeit. Und dann, dann kam „A Sky Full of Stars“ und ich konnte einfach nicht anders, als mal so richtig abzugehen und zu tanzen. Als ich durch das hohe Küchenfenster schaute, liefen gerade einige Jungs draußen vorbei und schienen sich sichtlich über die tanzende Frau mit dem Rührbesen in der Hand zu freuen, und für ein paar Augenblicke tanzten wir zusammen, eine Scheibe nur trennte uns, aber unsere Blicke trafen sich, lachten und tanzten miteinander.
Ich kann euch gar nicht sagen, was das für ein schöner Moment war. Und ich kann euch nicht sagen, wie befreiend das Tanzen ist. Einfach mal so richtig abgehen. Einfach mal alle Anspannung rauslassen und dich von der Musik tragen lassen – am besten mit deiner Familie zusammen. Das hat etwas so Schönes und Leichtes, fast als würde man mit Flügeln der Taube wegfliegen.
Also: Mach dir heute mal richtig laut deine Lieblingsmusik an und bewege dich dazu. Lass raus, was an Anspannung in dir ist. Mir ging es hinterher so viel besser. Und noch viel besser ging es mir, als ich Psalm 55 fertig gelesen habe:
Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

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