Heute ist es wieder soweit: Halloween.
Für viele Kinder ist es ein Tag voller Vorfreude, Süßigkeiten und Verkleidungen. Für manche Eltern dagegen ein Tag, den sie am liebsten ganz schnell hinter sich bringen würden. Besonders für diejenigen, die sich bewusst entschieden haben, Halloween nicht zu feiern.
Immer wieder muss man seinem Kind erklären, warum wir diesen Tag nicht feiern. Warum wir nicht von Haus zu Haus ziehen, keine gruseligen Kostüme anziehen und uns nicht an all dem beteiligen, was an diesem Tag so selbstverständlich dazugehört.
Mittlerweile gibt es tolle Videos, die darüber aufklären und verunsicherten Eltern helfen, diesem Tag zu begegnen und auch mit ihren Kindern darüber ins Gespräch zu kommen. (Dieses hier zum Beispiel.)
Ich staune immer wieder darüber, wie dieses Fest in den letzten Jahren zu einer festen Institution unserer Gesellschaft geworden ist. Fast schon wie das Nikolausfest oder Sankt Martin gehört es fest in die Winterzeit dazu. Überall wird es schon seit Jahren angekündigt. Die Süßigkeiten verwandeln sich in Fratzen und gruselig blutende Augen. Immer mehr Häuser versehen ihre Fenster und Vorgärten freiwillig mit Spinnweben und Skeletten. Leichen, Spinnen und anderes, wovor wir das ganze Jahr Abstand nehmen, sind plötzlich salonfähig – Dekoration.
Verrückt, denke ich immer wieder, wenn ich an solchen Häusern vorbeilaufe und den riesigen Kommerz sehe, der an diesem Ereignis hängt. Wie plötzlich das, wovor wir sonst Angst haben, ins Zentrum rückt und sogar teuer gekauft wird.
Ich verstehe, dass der Mensch sich gerne gruselt (also ich nicht ...) und dass er dennoch angezogen wird von Dingen, die eigentlich eklig, abscheulich, hässlich usw. sind. (Das kann man auch immer gut an den Klickzahlen sehen, wenn ein Post etwas von oben Genanntem verspricht.)
Und dennoch: Was fasziniert den normalen Menschen daran? Warum stellt er sich absichtlich in diese Dunkelheit und in diesen Grusel? Warum lässt er seine Kinder all das sehen? Warum werden Skelette im Fenster als Deko so normal wie Sterne ein paar Wochen später? Warum feiert der Mensch das, was er doch eigentlich fürchtet? Macht sich lustig über das, was als harte Realität über uns allen steht: den Tod?
Viel wurde darüber schon geschrieben und gerätselt. Und ich will damit nicht von vorne anfangen. Nur dieser eine Gedanke:
Ich habe den Eindruck, dass zu dieser Zeit einfach einmal kurz der Vorhang einen ganz kleinen Spalt geöffnet wird und ein wenig von der Dunkelheit offenbart wird, in der wir uns als Menschen ohne Gott befinden. Das, was süß und gruselig und „unrealistisch“ dargestellt wird, das ist das, was eigentlich zutiefst real ist.
Das Problem ist nur, dass so viele Menschen nicht mehr an die unsichtbare Welt glauben. Ich fühle mich oft wie „außerirdisch“, wenn ich Menschen erzähle, dass ich an Gott glaube. Und noch krasser: Dass ich mein Leben so leben möchte, wie es IHM gefällt und nicht so, wie es zu meinem Befinden passt.
Und genauso scheint das Auge von uns Menschen für die dämonische Welt getrübt zu sein. Es scheint, als stolperten Menschen da einfach freiwillig und ohne es zu wissen hinein und finden es auch noch schön. Gruselig halt. Man gruselt sich doch gerne mal ...
Das Erschreckende dabei ist: Genau das ist Realität. Und vielleicht ist es für uns Christen gut, einmal die Augen geöffnet zu bekommen – nur einen winzigen Spalt. Denn glaub mir: Die Wahrheit hinter der dämonischen Welt, die ist so unglaublich viel gruseliger! Vielleicht hilft uns dieser Blick, zu erkennen, in welcher Dunkelheit so viele Menschen noch leben.
Paulus beschreibt es im Kolosserbrief so:
Freut euch und dankt ihm, dem Vater, dass er euch das Recht gegeben hat, an dem Erbe teilzuhaben, das er in seinem Licht für sein heiliges Volk bereithält.
Denn er hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit und hat uns in das Reich versetzt, in dem sein geliebter Sohn regiert.
Durch ihn, Jesus Christus, sind wir erlöst; durch ihn sind uns unsere Sünden vergeben. (Kolosser 1,12–14)
Jesus Christus hat uns befreit! Wovon? Aus der Gewalt oder Macht der Finsternis. Das heißt, jeder, der nicht von Christus befreit ist, der lebt in dieser Macht der Finsternis. Das ist uns oft gar nicht bewusst. Denn meistens sieht das ja auch nicht so aus. Meistens zeigt das Dunkel nicht seine schreckliche Fratze.
Doch heute, an Halloween, da wird etwas davon sichtbar. Der Teufel, der Tod, die Finsternis – sie dürfen sich ausspielen und wir tanzen dazu. Getarnt, verniedlicht, „ist doch nur Spaß“ – letztendlich sind das die Waffen des Teufels, um Menschen in seinem Reich der Finsternis gefangen zu halten.
Vielleicht nehmen wir als Christen diesen Tag und alles darum herum zum Anlass, nicht nur das Licht zu feiern, in dem wir leben dürfen, sondern Gott auch zu bitten, uns die Augen zu öffnen für die Verlorenheit der Welt um uns herum. So viele Menschen, die noch nicht in seinem Reich des Lichts leben dürfen. So viele Menschen, direkt um dich herum, die noch in Gefangenschaft der Finsternis sitzen und es gar nicht wissen.
Vielleicht feiern wir das Licht heute und freuen uns daran, sind aber gleichzeitig auch mit einer neuen Liebe und Leidenschaft erfüllt für die, die das Licht noch nicht feiern.
„Mama, heute ist Halloween, oder?“ – Das fragte mich meine Tochter. Unsere Kinder wissen, dass wir es nicht feiern. Sie gehen nicht von Haus zu Haus, sondern dürfen heute mit 130 anderen Kindern in unserer Gemeinde ein anderes Fest feiern und sich auf die Suche nach einem verborgenen Schatz machen, der Licht und Leben und Freude all denen verspricht, die ihn von Herzen suchen.
Beten wir dafür, dass sie ihn finden?
💡 Nachgedacht ...
- Wen habe ich in meinem Umfeld, der noch in der Dunkelheit lebt?
- Für wen möchte ich ganz bewusst beten und vielleicht auch einen Schritt auf ihn zugehen, damit er Jesus kennenlernen kann?
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