Ich freue mich sehr über die liebe Talitha, die für uns zwei spannende Artikel geschrieben hat. Ganz unten findest du mehr über sie und ihre tolle Tätigkeit als christliche Heilpraktikerin und Veranstalterin von einem großen online Gesundheitskongress. Jetzt aber: Herzlich willkommen zurück, liebe Talitha!
Im letzten Artikel haben wir darüber gesprochen, dass unser Körper zwischen einem Stressmodus und einem Ruhemodus wechselt – und dass echte Ruhe nicht erst im Urlaub beginnt. Vielleicht kennst du das: Du schläfst eigentlich genug und bist trotzdem müde. Vor der Periode werden die Beschwerden stärker, deine Konzentration lässt nach oder du frierst ständig. Was viele nicht wissen: Dauerstress kann all diese Beschwerden mit beeinflussen.
Werfen wir deshalb einen Blick darauf, was Dauerstress eigentlich in unserem Körper macht.
Unser Körper hat zwei Systeme einmal den Ruhemodus (Parasympathikus) und den Stressmodus (Sympathikus), auch als Fight-or-Flight Modus bekannt, manchmal sogar Freeze – wenn man erstarrt und untätig wird.
Beide Systeme sind gut, überlebenswichtig sogar. Aber der Großteil unserer Gesellschaft befindet sich durch unseren gestressten Lebensstil leider dauerhaft im Sympathikus Modus – im Dauerstress. Und das ist nicht gut.
Wenn unsere Stresshormone ausgeschüttet werden, atmen wir schneller, Puls und Herzschlag steigen an – unser Körper wird auf Höchstleistung vorbereitet, damit wir im Ernstfall fliehen oder kämpfen können. Dafür wird die Verdauung gedrosselt – denn in einer Gefahrensituation hat sie keine Priorität.

Sind wir dagegen im Parasympathikus, dem Ruhemodus, kann sich unser Körper wieder vermehrt den Verdauungsprozessen widmen. Die Verdauung funktioniert wieder besser, Verdauungsenzyme werden ausreichend von der Bauchspeicheldrüse bereitgestellt und unser Körper kann Nährstoffe optimaler aufnehmen. Der Parasympathikus spielt eine wichtige Rolle für unsere Hormone und unsere Fruchtbarkeit.

Sogar unser Essverhalten kann unserem Körper Stresssignale senden. Ständiges zwischendurch Snacken – besonders Süßigkeiten oder Obst ohne begleitende Fett- und Eiweißquelle (wie einem Joghurt oder Nüsse dazu) – kann zu starken Blutzuckerschwankungen führen. Der Blutzucker steigt schnell an und fällt anschließend wieder ab. Müdigkeit und Energielosigkeit können die Folge sein. Der Körper fordert neue Energie an, indem er Cortisol ausschüttet. Der Griff zu den Gummibärchen beginnt von vorne. Innerer Dauerstress durch unser Essverhalten.
Unsere Nebennieren sind wahre Kraftwerke, wenn es darum geht, uns in stressigen Situationen zu versorgen. Doch auch sie brauchen Ressourcen. Bei anhaltendem Stress hat die Cortisolproduktion für den Körper Priorität. Ist Stress ein Dauerzustand kann der Körper Progesteron, das Hormon der zweiten Zyklusphase, als Ausgangsstoff für die Cortisolbildung nutzen, was unsere Hormonbalance beeinflusst.
Vielleicht erkennst du dich wieder: Du bist plötzlich viel stressanfälliger als früher, fühlst dich schneller überfordert, schläfst schlechter oder hast vor deiner Periode mehr Beschwerden – wie Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Brustspannen oder Heißhunger. Alles Symptome des sogenannten Prämenstruellen Syndroms (PMS). Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit können auch Zeichen dafür sein, dass dein Progesteronhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Auch unsere Schilddrüse bleibt von Dauerstress nicht unberührt. Unsere gestressten Nebennieren senden vereinfacht gesagt die Botschaft:
„Bitte langsamer arbeiten, wir kommen gerade nicht mehr hinterher!“.
Dadurch können Beschwerden entstehen, die an eine Schilddrüsenunterfunktion erinnern. Typische Symptome können sein: ständig kalte Hände und Füße, Vergesslichkeit, ein träger Darm, ungewollte Gewichtszunahme, spröde Haare, Haarausfall oder trockene Haut.
Stress entsteht nicht nur in unserem Kopf oder durch äußere Umstände. Auch unsere Gewohnheiten können unserem Körper immer wieder signalisieren: Alarm!
Ich beobachte immer wieder: Menschen essen mit Kopfhörern im Ohr, während nebenbei irgendwas läuft und das Handy griffbereit liegt. Selbst die Mahlzeit – eigentlich ein Moment zum Ankommen und Auftanken – wird zur nächsten Aufgabe, die schnell und hastig nebenbei erledigt wird.
Kleine Momente unseres Alltags füllen wir oft selbst sofort mit Geräuschen. Wenn abends die Kinder im Bett sind und endlich Ruhe im Haus einkehrt, läuft beim Küchenaufräumen schon der nächste Podcast. Wir lassen kaum noch Raum für Stille, für unsere eigenen Gedanken oder dafür, den Tag einmal bewusst Revue passieren zu lassen. Unser Kopf bekommt keine Gelegenheit mehr, Erlebtes zu sortieren und zur Ruhe zu kommen.
Wir sind ständig erreichbar, ständig beschallt und ständig beschäftigt. Unser Nervensystem hat es immer schwerer, wirklich in den Ruhemodus umzuschalten. Auch abends begleitet uns das Handy oft bis ins Bett. Das blaue Licht des Bildschirms kann unseren natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus beeinflussen und die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmen – unser Körper bekommt dadurch weniger deutlich das Signal: Jetzt ist Zeit für Ruhe und Schlaf.
Offline zu sein ist in unserer schnelllebigen Zeit fast schon ein Luxus geworden. Gemeinsame Mahlzeiten ohne Handys am Tisch, mit echten Gesprächen von Angesicht zu Angesicht, das Schlafzimmer zur handyfreien Zone erklären und ein bewusster Abend mit einem Schlaftee statt endlosem Scrollen können kleine Gewohnheiten sein, die unserem Körper helfen, wieder in die Ruhe zu finden.
Ich finde es faszinierend, wie Gott unseren Körper geschaffen hat. Er zeigt uns oft früh, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Vielleicht dürfen wir diese Signale nicht als lästige Störung sehen, die wir unterdrücken müssen, sondern als Einladung, innezuhalten und unserer Seele und unserem Körper wieder mehr Raum für Ruhe zu schenken.
Über die Gastautorin
Die Gastautorin Talitha Regehr lebt mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. Sie ist christliche Heilpraktikerin mit dem Schwerpunkt Frauengesundheit und zertifizierte Beraterin für Natürliche Empfängnisregelung nach Prof. Rötzer. Ihre Naturheilpraxis befindet sich in Oberursel www.millalea.de. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Jam ist sie Gründerin von „Glaube. Gesundheit. Wissen.“ – einer esoterikfreien Plattform für christliche Online Gesundheitskongresse zu den Themen Glaube und Gesundheit: www.glaube-gesundheit-wissen.de

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